Schimmelpilz/ Schadstoffsanierung

Zwei interessante Fakten:

98% der in Innenräumen aufkommenden Feuchtigkeit müssen durch Lüften oder lüftungstechnische Anlagen abgeführt werden!

Die puffernden Flächen werden immer weniger!

Bei der Schimmelpilzsanierung habe ich in den letzten Jahren bundesweit die interessantesten Erfahrungen gesammelt. Die Komplexität der Zusammenhänge von Konstruktion und Nutzer sowie der eingesetzten Materialien, benötigen eine detektivische Akribie und oftmals eine Gebäudeanamnese, die bauliche Veränderungen und Gegebenheiten der letzten Jahre oder sogar Jahrzehnte beschreibt. Nur so kann eine nachhaltige Sanierung mit geeigneten Materialien ausgearbeitet werden. Wir bauen doch für Menschen, also sollen die Konstruktionen auch uns Menschen ertragen.  Zu jeder Zeit haben Materialien, Ausführung und Nutzerverhalten so funktioniert, dass es selten zu Problemen gekommen ist. Jedes Gebäude funktionierte auch mit den Menschen und dem Verhalten (Verhaltensmustern) dieser. Eine Konstruktion wurde mangelfrei erstellt und schützte uns vor jeglichen Widrigkeiten.  Nun ist es jedoch so, dass viele Häuser immer älter werden, das Nutzerverhalten sich ändert und weitere Bauphasen schnell auch einmal eine Konstruktion stärker belasten können als diese aushält. Dann kann es, oft über viele Jahre, zu ständig ansteigender Feuchtigkeit kommen. Im Sommer gibt die Wand die im Winter, durch  Diffusion und darauf folgender Kondensation im Mauerwerk, gesammelte Feuchte wieder ab. Verschattet ein großer Baum, ein Nachbargebäude oder manchmal auch kleinere Dinge die Wand, kann nicht mehr die gesamte Feuchtigkeit abgegeben werden. Auch falsche dämmtechnische Ertüchtigungen wie auch manche Farbschichten, können zu einer Erhöhung der Feuchtigkeit führen.

Sie sehen, hier gibt es allein schon eine Fülle von Möglichkeiten. Weitere Gefahren für Konstruktionen versuche ich folgend in den Arten, wie Wände belastet werden können, zu beschreiben.                                                                                                                                                                                    Bausachverständiger-Kamprath: Ist doch generell eine Konstruktion in der Lage, den hygienischen Mindestwärmeschutz zu gewährleisten. Das heißt, dass es eigentlich keinen Schimmelpilz geben darf, wenn die Nutzer nur das Normklima aus der DIN 4108 einhalten. Warum haben wir dann doch so häufig Schimmelpilze in unseren Innenräumen? Hat sich unser Verhalten so massiv geändert? Sind die Materialien nicht mehr in der Lage diese Anforderungen zu erfüllen und können wir überhaupt die Verhaltensmuster ändern? Oder müssen wir die Gebäude so ertüchtigen, dass diese auch wieder für den heutigen Menschen mit den heutigen Verhaltensmustern funktioniert.
Es gibt nur drei verschiedene Arten wie Feuchtigkeit in die Konstruktion kommt.

1. Als Leckage durch Defekte in Leitungen (aus der Konstruktion) oder ähnlichem.

2. Durch Defekte der Gebäudehülle (von außen eindringende Feuchtigkeit)

3. Durch Kondensat aus der Raumluft (nutzerbedingt).

Hier muss der Sanierungsansatz festgelegt werden.

Anamnese: Wer hat schon im Schlafzimmer 20 °C? Normklima aus der DIN 4108 aus den 1950er Jahren. Haben wir also vielleicht nur 16°C Raumlufttemperatur im Schlafzimmer, müssen die Materialien in den geometrischen Wärmebrücken mit der Feuchtigkeit besser umgehen können. Tapete und Dispersionsfarben sind hier nicht die richtigen Materialien und würden schnell ihre hygroskopischen Eigenschaften für die Wasseransammlung und Schimmelpilzbildung nutzen. Das gleiche gilt auch für das Badezimmer. Hier sind zwar die Oberflächen und Raumlufttemperaturen viel höher, jedoch ist auch die relative Luftfeuchtigkeit um einiges größer als die Materialien aushalten können.

Instandsetzen: Hier sollte man auf altbewehrte Konstruktionen zurückgreifen. Wir benötigen hier sorptive Materialien. Kalk, mineralische Farben und eine größtmögliche Oberfläche. Oftmals sind auch Kombinationen eine Strategie. Ist die Wand energetisch noch in Ordnung, genügt vielleicht eine einfache Beschichtung, die wie eine Antikondensationsbeschichtung wirkt. Sollte eine Berechnung den energetischen Zustand als bedingt in Ordnung zeigen, müsste hier eine energetische Ertüchtigung von der Innenseite oder Aussenseite erfolgen. Hier bringen uns genaue Analysen der Konstruktion auf den richtigen Weg der Sanierung. Eine energetische Ertüchtigung oder nur eine Vergrößerung der sorptiven Flächen mit Materialien, die mit Feuchtigkeit umgehen können. Wichtig ist, dass die aufkommende Menge an Wasser wieder abgelüftet werden kann. Nur so können Konstruktionen in die Ausgleichsfeuchte gelangen und uns Menschen für lange Zeit schützen, was ja die Aufgabe von wohnraumumgebenden Wänden ist.

Ortstermin und Messtechnik:

  • Wir finden die Ursache und entwickeln Strategien für ein behagliches Zuhause.
  • Beim Ortstermin erstellen wir eine genaue Anamnese des Gebäudes.
  • Es erfolgt eine bauphysikalische Betrachtung der gesamten Hülle.
  • Messung der raumklimatisch wichtigen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit
  • Berechnung der Lüftungsanforderungen
  • Untersuchung und Bewertung möglicher Schwachstellen.
  • Wärmebrückenberechnung und Kompensation
  • Thermographien
  • Luftkeimmessung
  • Videoscopeaufnahmen
  • Messung der Bauteilfeuchte: Darrprobe,CM Gerät sowie orientierende Messungen mit der Gann Hydromette M 4050 und der uni 1
  • Schadsalzanalyse und Bewertung
  • Probenahme zur Material und Schadstoffprobe (Mikrobielle Belastungen, Asbest…)
  • Rissdokumentation und Bewertung
  • Bewertung der empfundenen Luftqualität (Personenbezogene Messung)